Easyjet stellt sich auf harte Zeiten ein

Hitit

Trotz sinkender Ölpreise erwartet der Easyjet-Chef Andrew Harrison einen sehr harten Winter für die gesamte Branche. Harrison begründete seinen Pessimismus mit dem erstarkten Dollar und den hohen Überkapazitäten auf dem europäischen Flugmarkt. Außerdem werde sich die Konjunktur abschwächen, „die Leute werden weniger fliegen“, sagte Harrison. Der gesamten Branche stünden „harte Zeiten bevor.“ Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr hatte die britische Fluggesellschaft zuletzt einen Vorsteuergewinn von 110 bis 120 Mio. Pfund (138 bis 150 Mio. Euro) in Aussicht gestellt.

Easyjet werde aber gestärkt aus der Krise hervorgehen sagte Harisson: „Wer starke Reserven hat, wird bestehen, Fluggesellschaften ohne ausreichende flüssige Mittel werden nicht überleben.“ Der englische Billigflieger verfüge über mehr als eine Mrd. Euro flüssige Mittel und habe sich bereits im vergangenen Jahr günstige Kreditlinien bei den Banken gesichert.
Auch wenn sich das Wachstum bei den Passagierzahlen verlangsamen könnten, wolle Easyjet seine führende Position auf den europäischen weiter Strecken ausbauen. Die Flotte soll im kommenden Jahr um fünf bis zehn Flugzeuge erweitert werden. Insgesamt bekommt Easyjet im kommenden Jahr 30 neue Flugzeuge, und will keines abbestellen.

Allerdings wird Harrison einen Teil seiner älteren und damit nicht ganz so effizienten Jets verkaufen. „Unser Marktanteil wird aber auf jeden Fall steigen“, prognostizierte der Easyjet-Chef. Denn er rechnet damit, dass die Billig-Fluglinien wahrscheinlich davon profitieren, dass Geschäftsleute zunehmend mit Billiggesellschaften unterwegs sein werden. Zudem zeige die Vergangenheit, dass Touristen weniger nach Übersee, sondern öfter ans Mittelmeer flögen.

Im kommenden Winter solle die Kapazität im Vergleich zum Vorjahreszeitraum daher annähernd stabil gehalten werden, während im Markt eine Reduzierung um etwa acht bis zehn Prozent zu erwarten sei. Die Erträge dürften aber auch bei Easyjet unter Druck geraten. Ein Grund dafür ist, dass Easyjet bislang seine Treibstoffkosten bei 70 Dollar pro Fass abgesichert hatte und diese Geschäfte jetzt auslaufen. „Unser Kosten für Kerosin werden also steigen“ sagte Harrison. Bislang hatte zudem im Vergleich zum Euro schwache US-Währung den Preisanstieg des in Dollar gehandelten Rohstoffs für europäische Fluggesellschaften abgefedert.


Der Easyjet-Chef bekräftigte, dass in Deutschland ein starker Fokus auf der Basis in Berlin-Schönefeld liege. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhte die britische Gesellschaft ihre Passagierzahl dort um 17 Prozent auf 3,5 Millionen. Im begonnenen Geschäftsjahr könnte die Wachstumsrate etwas schwächer sein, auf die kommenden drei Jahre betrachtet, seien die Erwartungen aber hoch.

Mit Blick auf Konkurrenten im deutschen Markt äußerte sich Harrison skeptisch über Zusammenschlüsse, wie sie zwischen TUIfly und der Lufthansa-Tochter Germanwings ausgelotet werden. Dies werde nicht genügend Effizienz herbeiführen, die zum Überleben nötig sei

Keyvan